Wässerwiesen

Bewässerungsteichwirtschaft

Die Teichwirtschaft hat in vielen Teilen Deutschlands eine lange Tradition. Alleine in Bayern existieren etwa 44.000 Karpfenteiche, die zusammen eine Wasserfläche von 15.500 ha und ein Wasservolumen von 155 Millionen m3 aufweisen. Diese Teiche sind mit einer durchschnittlichen Größe von 0,4 ha in der Regel kleinstrukturiert. Teiche werden einmal im Jahr im Herbst vollständig abgelassen und im Winterhalbjahr wieder durch Niederschläge gefüllt. Dadurch dienen Teiche besonders im Winter dem Hochwasserrückhalt, aber auch im Sommer können sie Starkregenereignisse abpuffern. Bei geeignetem Gelände kann eine einfache bauliche Maßnahme das Wasserrückhaltevolumen sogar noch weiter erhöhen. Wasser, das normalerweise aufgrund des vollen Teichs ungenutzt ablaufen würde, steht dann zur Bewässerung angrenzender landwirtschaftlicher Kulturen zur Verfügung.

Entweder, der Teich wird eingetieft oder der Teichdamm wird erhöht. Beide Maßnahmen können auch miteinander kombiniert werden. Dabei muss natürlich auch der Mönch erhöht werden. Bei einer Erhöhung des Damms beziehungsweise einer Teichvertiefung um 10 cm / ha wird ca. 1000 m3 zusätzliches Wasser zurückgehalten, was zur Bewässerung von etwa 1 ha Sonderkulturen reicht. Die Kosten der Umbaumaßnahmen beliefen sich im Projekt  “Bewässerungsteichwirtschaft” der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft auf etwa 5,50 € / m3 zusätzlich gespeicherten Wassers (ohne Eigenleistung und Bewässerungstechnik). Natürlich gibt es auch Grenzen beim Teichumbau: Zum einen kann der Damm nur soweit erhöht werden, wie das Wasser noch anhand des natürlichen Gefälles in den Teich fließt. Zum anderen sollen Teiche ebenfalls anhand des natürlichen Gefälles ablassbar sein. Ist der Teich zu tief, ist das nicht mehr möglich. 

Bisherige Ergebnisse des Projekts zeigen, dass sich das Teichwasser unbedenklich zur landwirtschaftlichen Bewässerung für die untersuchten Sonderkulturen Meerrettich, Hopfen und Kartoffeln verwenden lässt. Das Teichwasser konnte durch spezielle Filter problemlos für die Tröpfchenbewässerung verwendet werden. Auch auf den Fischertrag hat der Teichumbau nach bisherigen Kenntnissen keinen negativen Einfluss.

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